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Dolores & Juanita

Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich
Fachstelle Kultur

Verfügung vom 16. April 2002-12-05

Kredit für freie Theatergruppen. Beitrag an das Theater Gómez-Müller für die Theaterproduktion "Dolores & Juanita"

Mit Eingabe vom 13. September 2001 bat das Theater Gómez-Müller die Fachstelle Kultur der Direktion der Justiz und des Innern um die finanzielle Unterstützung der Produktion "Dolores & Juanita", die am 3. April 2002 im Fabriktheater der Roten Fabrik Premiere gefeiert hat.
Das Stück (Regie Norberto Presta) richtet sich an alle Altersgruppen, im besonderen aber an Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, und will die Verständigung zwischen den Generationen fördern.
Es handelt von zwei alten Frauen, die ihr Leben im Altersheim fristen. Dolores (Patricia Gorlino) hat Familie und die andere Seniorin, Juanita (Marina Navarrete), ist ledig geblieben. Die beiden Frauen freunden sich trotz unterschiedlicher Charaktere und Lebensweisen an und beschliessen, alleine in die Ferien in ein fremdes Land zu fahren und damit einen Traum zu verwirklichen.
Da dies weder vom Sohn von Dolores noch von der Heimleitung gebilligt wird, bereiten sie ihre Reise im Stllen umsichtig vor. Dargestellt wird auf der Bühne, wie sie die letzte Nacht vor der Reise verbringen und die letzten Vorbereitungen treffen. Es fällt Ihnen nicht leicht, sich ausserhalb ihres gewohnten Umfelds zurecht zu finden. Die Schwierigkeiten bringen sie aber zusammen.
Sie sprechen über ihr Leben und ihre Enttäuschungen, äussern Wünsche und Hoffnungen. Die einzige Stimme von aussen kommt durch ein Radio; über den Sender wird ihr Verschwinden wiederholt gemeldet, und als der Sohn von Dolores seine Mutter zur Rückkehr auffordert, droht das Vorhaben zu scheitern. Mit Humor, Witz und Kreativität meistern die beiden Damen die ungewohnte Situation. Und als der Enkel, den der Vater zur Beeinflussung von Dolores einzusetzen versucht, noch mit der Grossmutter solidarisiert, kann die Reise beginnen.

Wie die Theater-Sachverständige der Kulturförderungskommission, die die Vorstellung vom 5. April 2002 besucht hat, berichtet, wird die Geschichte mit dramaturgischem Geschick und liebevollen Details erzählt. Sowohl Idee, Umsetzung wie auch die schauspielerischen Leistungen überzeugen. Erstaunlich istauch, wie es mit einfachen Mitteln gelingt, Rhythmenwechsel effektvoll einzusetzen und die Ferienstimmung am Schluss zu erzeugen.

Die Stadt Zürich hat dem gewünschten Produktionsbeitrag von .....Fr. entsprochen. Die Expertin empfiehlt, diese saubere Theaterarbeit mit einem Beitrag anzuerkennen.

Fachstelle Kultur

Susanna Tanner, lic.phil.I
Chefin

"Der Toggenburger" vom 7.5.2002

Lange Sehnsucht und kurzer Traum

Theater "Gomez-Müller" zeigte am Samstag ihr neues Stück "Dolores und Juanita" im "Chössi"

Zwei alte Frauen flüchten aus dem Altersheim, träumen von einer Reise in ferne Länder. Doch aus den bestehenden Strukturen auszubrechen ist nicht immer so einfach. Das Stück für Kinder begeisterte vor allem die Erwachsenen.

Stephan K. Haller
Lichtensteig. Dolores und Juanita sind zwei initiative ältere Frauen, die die Bevormundung durch Frau Fuchs, der Leiterin im Altersheim Rösligarten, nicht mehr ertragen können. Sie brechen aus, geben ihrer Sehnsucht nach einer anderen, schöneren Welt nach und hauen ab. Mit Teegeschirr, Fotoapparat, Zelt, Nachthemd und Taschenradio schaffen sie es vorerst zumindest mal bis in den Zivilschutzkeller vom Rösligarten. Nicht weit, aber weit genug, um das Gefühl der weiten Welt zu erleben. Und weit genug, um von anderen nicht entdeckt zu werden.

Lieblingsprogramm
Die ungewöhnliche Freiheit wird vorerst genossen. Im Radio spielen sie ihr Lieblingsprogramm, Ethnomusik aus der südlichen Hemisphäre. Vom Süden träumen Dolores und Juanita schon lange. Die beiden südländischen Frauen, die in gebrochenem Deutsch von ihren Sehnsüchten erzählen, wecken damit ihre Lebensgeister. Doch schon bald treten ernsthafte Probleme auf. Sie werden gesucht. Die Nachricht der Polizei am Radio löst Verunsicherung aus. Als auch noch der Sohn sie zum Zurückkommen aufruft, werden die beiden unsicher. Doch der Enkel von Dolores findet die Flucht toll und unterstützt die beiden und sorgt am Radio für Verwirrung. Wem sollen sie nachgeben?

Erste Zweifel
Sich alleine zu organisieren ist nicht einfach. Das merken die beiden schnell und schon bald kommen auch erste Zweifel über den Sinn und den Erfolg ihrer Reise auf. Sie träumen vom Leben in Freiheit und wohnen in einem feuchten Zivilschutzkeller. Die Zwiespältigkeit ist nicht einfach zu ertragen. Das Schreckensbild der Frau Fuchs vor Augen hält den Fluchttrieb aufrecht, die Aufrufe ihrer Liebsten nähren den Gedanken wieder zurück zu gehen. Die beiden jungen Schauspielerinnen schaffen es meist, die Illusionen der beiden älteren Frauen aufrecht zu erhalten. Sie spielen sich durch eine anspruchsvolle Materie. Die wenigen Höhepunkte werden dramaturgisch gekonnt in Szene gesetzt. Das Stück besticht durch seine feinen Anspielungen, es ist leise und lässt viel Spielraum für eigene Interpretationen. Erfahrungen der Zuschauer zum selben Thema verweben sich mit dem Gezeigten zu einem für jeden individuellen Stück.



© Gómez-Müller 2006